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Statement von Martin Zeller im Katalog vierhundertzwölf vierhundertzweiunddreißig |
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TECHNIK Die Fotografien in diesem Buch sind in den Jahren 1988 bis 1990 zwischen Rheinkilometer 412 und 432 entstanden. Das benutzte Equipement bestand vorwiegend aus einer Nikon F2AS, einem 35mm Nikkor Objektiv, einem Gitzo Stativ und einem Paar Wollhandschuhen und warmen Stiefeln. Als Filmmaterial verwendete ich ausschließlich Ektar 25 von Kodak. Das letzte Tageslicht musste verschwunden sein, damit ich meine Arbeit aufnehmen konnte. Tief in der Nacht fuhr ich an den Rhein und belichtete meine Bilder. Dabei gebrauchte ich keine zusätzliche Ausleuchtung und keine Farbkorrekturfilter. Durch das fehlende natürliche Licht tritt die vertraute Objektfarbe zurück und die Farbtemperatur, die Lichtfarbe der jeweiligen Lichtquellen, gestaltet das Motiv und die Atmosphäre. So führen Neonlampen zu vielerlei blauen oder grünen und Halogenlampen zu gelblichen Farbverschiebungen. Auch durch den sogenannten Schwarzschildeffekt stimmt das Reziprozitätsgesetz, das Lichtintensität mit der Zeit linear bindet, nicht mehr. Die verschiedenen Farbschichten des Filmmaterials reagieren unterschiedlich auf das einfallende Licht, so dass zusätzliche Farbstiche entstehen. Da ich eine möglichst große Detailtreue und Tiefenschärfe in den Bildern anstrebte, arbeitete ich mit Blende 8 oder 11. Belichtungszeiten von fünf Minuten bis zu einer Stunde waren die Folgen. Am Fluss war ich oft mit grellsten Lichtern und tiefsten Schatten konfrontiert. Durch die Wahl des weichen Negativmaterials und der Gradationsverflachung bei langen Belichtungszeiten erzielte ich dennoch einen optimalen Kontrastumfang. Oft entdeckte ich beim Vergrößern der Negative in den Schatten noch Details, die mir vor Ort nicht aufgefallen waren. Die Farben werden durch das bei der Aufnahme bestimmende Kunstlicht geprägt. Ein Labor hat somit keine neutralen Richtwerte, um die Farbpositive zu filtern. Die leuchtenden und zugleich subtilen Farben der neuen Filmgeneration zeigen einen nahezu unendlichen Ton? und Farbwertreichtum. Diese Qualität erfordert auch eine sensible und zeitaufwendige Weiterverarbeitung. Aus meinen persönlichen Erinnerungen und Empfindungen heraus habe ich die Abzüge selbst vergrößert und für wahr befunden. Diese Wahrhaftigkeit kann zwischen den Reflektionen einer sternenklaren Nacht und denen eines wolkenverhangenen Himmels liegen. |
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