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  Mona Breede
  Pressetext zu Living Spaces - Foto- und Videoarbeiten
Juni - August 2007

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Ausstellung: Mona Breede Living Spaces - Foto- und Videoarbeiten
Vernissage: Freitag, den 29. Juni 2007, 19.00 – 22.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 30. Juni – 11. August 2007

Mona Breede wurde 1968 in Kiel geboren. 1988 - 1989 Praktikum in der photographischen Abteilung des Museums für Kunst und Gewerbe, Hamburg. Ausbildung zur Photographin an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie in München. Studium an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe bei Rolf Sachsse und Thomas Struth. 2001 - 2002 Lehrtätigkeit an der Merkurakademie, Karlsruhe. Lebt und arbeitet in Karlsruhe.

Die Fotokünstlerin Mona Breede beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit Räumen des Alltags. Es sind Motive urbaner Straßenszenen, die sie mit ihrer Kamera einfängt: Menschen auf dem Weg zur Arbeit, wartende Passanten an einer roten Ampel oder Geschäftsleute, die eine Straße überqueren. Diese alltägliche Motive strahlen trotz ihrer Beiläufigkeit eine geradezu unwirkliche Kraft und Schönheit aus. Der Raum wird zur Bühne auf der die Personen agieren. Auch der Einsatz des Lichtes ist dramaturgisch geprägt; durch Modulation und Beleuchtung treten alltägliche Szenen und Begebenheiten im Raum wirkungsvoll hervor und werden so in ihrer Eigentümlichkeit wahrnehmbar.

Die urbanen Räume verschwinden im Hintergrund der Komposition und besitzen dennoch einen eigenen ästhetischen Reiz. Manche sind beliebig und könnten überall auf der Welt aufgenommen sein, andere dagegen sind weltbekannt wie beispielsweise das Lloyds Building in London von Richard Rogers oder der zentrale Boulevard im Pariser Hochhausviertel La Défense. Doch trotz ihrer Aufsehen erregenden Architektur sind auch diese Räume alltäglich geworden und ziehen schon lange nicht mehr die Blicke der vorbeiziehenden Geschäftswelt auf sich. Mensch und Raum durchdringen einander zu einer ausgewogenen Komposition.

Beim Herantreten an die Bilder erscheinen die Menschen nicht mehr nur als farbige Punkte, sondern haben Gesichter und damit Identitäten, die kleine Geschichten zu erzählen beginnen. Ihre Bewegungen bilden einen eigenen ästhetischen Reiz, der von der Frage nach ihren persönlichen Schicksalen überlagert wird. Die Orte sind dabei Zeichenträger unserer Zeit, zusammen mit der Kleidung der Menschen, den Reklametafeln, Autos und den Gebäuden. Sie sind nicht inszeniert und besitzen auch keinen dokumentarischen Anspruch, sondern spiegeln vielmehr die persönliche Sicht der Künstlerin. Durch zeitliche und räumliche Verdichtung wird der Betrachter für die Schönheit und Absurdität des Alltags sensibilisiert.

Die Videoarbeit "Somewhere" (4.17 min) entwickelt die choreographischen Fotoarbeiten weiter:
Mehrere Personen, größtenteils Jugendliche, nehmen an einer Führung in einem musealen Raum teil. Die Kamera ist unbewegt auf das Geschehen gerichtet, die Protagonisten kreuzen das Bild, sind mit ihren persönlichen Gedanken und Beziehungen beschäftigt, anstatt sich auf den Redner zu konzentrieren. Es ergeben sich unterschiedliche rhythmische Formationen, die zufällig aus den Handlungen der Personen entstehen. Höhepunkt der Videoarbeit ist der Moment, in dem die beobachtenden Distanz in die subjektiven Sicht eines einzelnen Jungen wechselt. Eingeleitet durch ein Heranzoomen der Szene, Mehrfachbelichtungen und einem Wechsel der Tempi wird die Situation räumlich irritierend unklar. Der Bildwechsel lässt den Betrachter an einer kurzen Traumsequenz des Jungen teilhaben.

In ihren Foto- und Videoarbeiten führt Mona Breede das gleichberechtigte Nebeneinander unterschiedlicher Lebenswelten innerhalb einer bühnenartigen Situation vor. Zentraler Moment ist das Spannungsverhältnis zwischen dem Handlungsraum, dem Ort des Geschehnis und den vielen inneren Räumen in denen die Protagonisten agieren. Und auch wir als Betrachter sind oft nicht hier, sondern anderswo, „Somewhere“.

   
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